Filmplakate

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Filmplakate

Beschreibung

Seit der Geburt des Kinos stehen Filmplakate im Mittelpunkt der Publikumsreklame. Als Grundlage der Werbekommunikation sind sie das bei weitem wichtigste Mittel für einen Film und weisen als solche spezifische Qualitäten und Problematiken auf.

In ihrer Rezeptionsbedingung ähneln die Filmplakate dem Film insofern, als das im Straßenverkehr aufblitzende Plakat gewissermaßen an das rasch wechselnde, szenische Filmbild erinnert. Beide sind das Ergebnis einer beschleunigten Wahrnehmung, und diesen Wahrnehmungsbedingungen der Großstadt entsprechend muss sich das Filmplakat einen auffallenden Signalcharakter zulegen. In seiner Reduktion auf präzise, optisch verdichtete Informationen soll das Plakat jedoch gleichzeitig der komplexen Aufgabe genügen, das Besondere des Kinos widerzuspiegeln. Es muss also in einem verdichteten Bild etwas über den Charakter des Films erzählen und lässt sich deshalb als eine Art visuelles Konzentrat mit unmittelbarer Suggestivkraft beschreiben: Es muss in einem zweidimensionalen Medium zusammenzufassen, was sich als Erzählspanne im zeitlichen Medium des Films entwickelt. Es begibt sich daher auf die konstante Gratwanderung zwischen Erzählung und konzentrierter Skizze, bei der die Plakatwirkung nicht verloren gehen darf. Zur Lösung dieses Problems der Zwischenstellung zwischen erzählerischer und plakativer Form gibt es keine Patentrezepte. Stattdessen wird es immer wieder neu gelöst und macht Plakate zu spannenden Zeitzeugen des frühen Films – häufig sind sie gar die einzig überlieferten Zeugnisse früher Filme.

Obwohl vorrangig einst als Werbemittel konzipiert, lässt die kulturkritische Diskussion um das Kino zwangsläufig auch die Frage nach der Wesensart des Filmplakats aufkommen. Ab den 1910er Jahren setzt aber eine Debatte über die künstlerische Gestaltungsoptimierung der Plakate ein. Man sieht in ihnen ein Mittel zur Ästhetisierung des Alltags und erhebt sie in den Stand eines pädagogischen Erziehungsmittels zur Erweckung eines geschmackvollen Kunstsinns in der breiten Bevölkerung. Letztlich verspricht man sich von der Kultivierung des Filmplakats sogar eine Wirkung auf den Film, einen „heilsamen erzieherischen Einfluss“, der den Film aus der Populär- heraus und hin zu einer künstlerischen „Hochkultur“ führen soll. Im Nationalsozialismus führt diese Diskussion im Filmplakat zu einer explizit ideologischen Zielsetzung im Sinne des faschistischen Gedankenguts.

Das Filmplakat ist stets dem Zwiespalt zwischen Kultur- und Wirtschaftswerbung ausgesetzt und auch der Film selbst steht dauerhaftzwischen Ware und Kulturgut

Filmplakate besitzen somit einen großen historiographischen Wert sowohl für die Film- und Kinogeschichte, als auch für den Bereich der Kulturwissenschaften. Daher stellt die Theaterwissenschaftliche Sammlung mit den hier versammelten, digitalisierten 430 Filmplakaten des deutschsprachigen Raums, deren Entstehungszeit von den frühen 1920er bis in die späten 1950er Jahren reicht, eine wertvolle Datensammlung für die Forschung bereit. Um verschiedenste Zugriffsmöglichkeiten zu eröffnen, werden die Filmplakate überdies mit Schlagwörtern versehen, die eine spezifische Filterung der Filme nach unterschiedlichen Gesichtspunkten ermöglicht.

Objekte in der Sammlung Filmplakate

Abenteurerin von Tunis, die
Der erste deutsche Reise- und Abenteurer – Tonfilm

Abenteurerin von Tunis, die (zweites Motiv)
Der erste deutsche Reise- und Abenteurer – Tonfilm

Abenteurerin von Tunis, die (drittes Motiv)
Der erste deutsche Reise- und Abenteurer – Tonfilm

Alimente
Doublette ist vorhanden

Sammlung